Schluckstörungen

Die Orofaziale Regulationstherapie (ORT)
• für Patienten mit sensorischen Störungen im Bereich des Gesichtes, des Mundes und des Rachens, besonders für die Behandlung von Saug-, Kau- und Schluckstörungen

Die Neuromotorische Entwicklungstherapie (NET)
• für die Behandlung von Kindern mit Bewegungsproblemen

Die Neuromotorische Kontrolle (NMK) nach Brondo
• Neurohabilitation und Neurorehabilitation von Patienten mit sensomotorischen Störungen

Schluckstörungen treten häufig auf:
• z.B. nach Schlaganfällen (plötzlich auftretend)
• z.B. bei der Parkinson-Erkrankung (schleichende Entwicklung)
• z.B. bei der infantilen Zerebralparese, Down-Syndrom (von Geburt an bestehend)

Oft ist die Schluckstörung eines von vielen Problemen bei Kindern mit Behinderung, die das alltägliche Leben erschweren.

Symptome/Anzeichen/Erscheinungsbilder einer Schluckstörung

• sehr viel Zeit und Energie bei der Nahrungsaufnahme
• Herausfließen von Speichel, Nahrung aus dem Mund
• anormale Haltung des Kopfes
• Speichelstau und/oder Essensreste im Mundraum
• Husten, Räuspern bei oder nach dem Schlucken von Speichel oder Nahrung
• Steckenbleiben von Nahrung oder Nahrungsresten im Hals
• gurgelnder Stimmklang, brodelndes Atemgeräusch

Qualifikationen und Erfahrungen

intensive Arbeit mit behinderten Kindern und Erwachsenen seit 1995
• Weiterbildungen: u.a. FOTT, PNF, Bobath für Sprachtherapie
• zertifizierte ORT/NET Therapeutin (mehrjährige, int. etablierte Ausbildung)
- 2006 zweiwöchiger Grundkurs ORT in Wien
- 2007 zweiwöchiger Grundkurs NET in Innsbruck
- 2007 einwöchiger Spezialkurs in Cordoba/Argentinien
- 2008 einwöchiger Aufbaukurs ORT in Wien
- 2009 einwöchiger Aufbaukurs NET in Wien

Bitte beachten!

Die angeborenen Fähigkeiten des Atmens, des Saugens und des Schluckens sind Voraus-setzungen für das Überleben und die Entwicklung des Neugeborenen. Die natürliche Aufgabe der Mutter bzw. der Eltern besteht darin, ihr Kind mit Nahrung zu versorgen. Ist dies nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, können bei den betroffenen Eltern Hilflosigkeit, Angst und auch Schuldgefühle entstehen.
Darum ist Folgendes wichtig:
• frühstmögliche Erkennung
• größere Erfolgschancen bei frühem Behandlungsbeginn
• möglicher Beginn der Therapie schon in den ersten Lebenswochen

Ein Highlight: Der Keynote-Vortrag

Nach der Symposiums-Eröffnung durch die dbs-Vorsitzende Katrin Schubert und einer inhaltlichen Einführung vom dbs-Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Wahl folgte der zentrale Vortrag von Prof. Dr. Raimund Böckler, Professor für Phoniatrie und Pädaudiologie an der SRH Gesundheitshochschule in Gera. Mit großem Engagement, Überzeugungskraft und eindrucksvollen Fallbeispielen ging er der Frage nach: „Dysphagie bei Kindern – relevant für die akademische Sprachtherapie?“ Natürlich wurde die Frage mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortet: Die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit von FachärztInnen und SprachtherapeutInnen bei der Diagnostik von Dysphagien bei Säuglingen und Kleinkindern ist unbestritten. Prof. Böckler wies mit den extrem Frühgeborenen auf eine wachsende Hochrisikogruppe für frühkindliche Dysphagien hin, widersprach aber den kursierenden Zahlen, dass bis zu 20% der Kinder Schluck- und Fütterstörungen aufwiesen: Hier führten Definitions-Ungenauigkeiten zu missverständlichen Häufigkeitsangaben.

 

Schwerpunkt des Vortrags war die Frage, wie eine hohe Beurteilungssicherheit beim Ernährungsmanagement (Per PEG-Sonde? Oral? Gemischt?) erreicht werden kann und nach welchen Kriterien entschieden werden sollte, ob eine instrumentelle Untersuchung indiziert ist. Mit einem langjährig gewonnenen Datenschatz ist Prof. Böckler zuverlässigen Kriterien auf der Spur, mit denen sich der Verdacht auf eine Dysphagie bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern im interdisziplinären Team erhärten oder auch ausräumen lässt.

 

Die Vor- und Nachteile von FEES und Videofluoroskopie wurden eindrücklich mit den Geschichten der kleinen Patienten erläutert. Prof. Böckler wies außerdem nachdrücklich auf die große Bedeutung der „bewegten Bilder“ hin, wenn Eltern nachvollziehen sollen, was beim Schluckproblem ihres Säuglings passiert und wie sie ihrem Kind helfen können. Die vielen Videobeispiele verdeutlichten auch den ZuhörerInnen, wie prägnant dieser Einblick in den Schluckakt ist.

Quelle: www.dbs-ev.de